Billard ist der Oberbegriff für eine weltweit verbreitete Sportart, bei der sich körperlich präzise Bewegungsabläufe mit höchster Konzentration verbinden. Die Spieler – mindestens zwei an der Zahl – benötigen einen mit Stoff bespannten Tisch, Queues und Billardkugeln. So viel zu den Gemeinsamkeiten dieser Sportart. Die Spielweisen dagegen können höchst unterschiedlich sein und differieren oft von Land zu Land. Weltweit die wohl populärste Spielart aber ist das Poolbillard.

Beim Poolbillard gibt es den sogenannten Spielball, der grundsätzlich die Farbe Weiß hat. Nur dieser Ball wird gespielt, nur er darf also mit dem Queue bewegt werden. Die farbigen Kugeln dagegen sind diejenigen, die in die Taschen oder Löcher des Tisches versenkt werden müssen. Das darf aber nur geschehen, indem der weiße Spielball sie trifft. Der Tisch hat beim Poolbillard sechs Taschen. Auch die Größe ist exakt festgelegt. Für Poolbillard muss der Tisch neun Fuß lang und 4,5 Fuß breit sein.

Variationen dagegen gibt es wieder bei den Regeln, denn auch Poolbillard ist nicht gleich Poolbillard. Am bekanntesten dürfte die „8-Ball“-Disziplin sein. Sie wird in einer Wettkampf-Variante gespielt, ist aber auch bei Freizeitsportlern überaus beliebt. Die farbigen Objektkugeln sind dabei in zwei Lager unterteilt. Es gibt die „Vollen“ und die „Halben“. Die Vollen sind rundum eingefärbt und tragen die Nummern von eins bis sieben.

Die Halben sind nur zu fünfzig Prozent eingefärbt und stehen für die Nummern neun bis fünfzehn. Jede Farbgruppe wird einem Spieler zugeordnet und muss von ihm komplett eingelocht werden. Eine Sonderposition nimmt beim Poolbillard die schwarze Kugel mit der Nummer acht ein. Sie wird als letzte versenkt und entscheidet damit über den Sieg der Partie.

Weniger kompliziert geht es zu, wenn Poolbillard in der 14-1-endlos-Variante gespielt wird. Dann verlieren alle Zahlen und Farben ihre Bedeutung. Ziel des Spiels ist es lediglich, so viele Bälle wie irgend möglich einzulochen. So lange einem Spieler dabei kein Fehler unterläuft kann er weiterspielen – „endlos“ lange, wenn er gut genug dafür ist. Jede Kugel, die korrekt versenkt wird bringt ihm bei dieser Variante vom Poolbillard einen Punkt. Allerdings sind auch Negativpunkte möglich. Einen Punkteabzug gibt es bei diesem Poolbillard immer dann, wenn der Ball nicht korrekt eingelocht wird.

Eine weitere Variante beim Poolbillard ist die sogenannte „9-Ball“-Disziplin. Hierbei werden zu Beginn des Spiels die Kugeln mit den Nummern eins bis neun in der Mitte des Tisches aufgebaut. Sie müssen dabei die Form einer Raute haben. Um den Aufbau nicht zu einer endlosen Geschichte werden zu lassen gibt es im Zubehörhandel Rahmen in Dreiecksform; sie werden Triangeln genannt. Die Kugeln kommen hinein, der Rahmen wird mit ruhiger Hand entfernt und das Spiel kann beginnen.

Beim „9-Ball“ Poolbillard muss die Kugel mit der Nummer neun nach bestimmten Regeln versenkt werden um das Spiel zu gewinnen.

Alle diese Regeln für das Poolbillard sind offizielle Regeln für Wettkämpfe und Turniere. Doch Poolbillard ist ja auch ein Freizeitsport und wird natürlich am häufigsten in Gaststätten gespielt. Dort hat sich über die Jahre ein ganz eigenes Regelwerk entwickelt, das mit den Wettkampfregeln für die Sportart Poolbillard nicht verwechselt werden darf. Meistens handelt es sich bei diesen „Hausregeln“ um Bestimmungen, die das Spiel etwas vereinfachen oder einen gewissen Spaßfaktor hinzufügen. So ist es beim Poolbillard in Kneipen zum Beispiel häufig erlaubt, eine Kugel etwas abzurücken, wenn sie zu nah an der Bande liegt. Für Profis mag eine solche Position eine Herausforderung sein; Freizeitspieler dagegen haben bei einem solchen Schwierigkeitsgrad kaum eine Chance.

Auch die offizielle Regelung bei bestimmten Formen vom Poolbillard, vor einem Stoß die Kugel anzusagen, die versenkt werden soll, findet bei Freizeitsportlern selten Anwendung. Das erfordert schlichtweg zu großes Können.

Die schon erwähnten „Hausregeln“ für Freizeitspieler unterscheiden sich nach Ländern, Regionen und Spielergruppen. In den Pubs in Großbritannien zum Beispiel ist es beim Poolbillard Usus, dem Gegner nach einem Foul einen zusätzlichen Stoß, quasi einen Strafstoß, zu gewähren.