Die Entstehungsgeschichte des Billiard ist bis heute nicht wirklich geklärt, jedoch ist davon auszugehen, dass erste Arten des Billiard bereits im 15. Jahrhundert gespielt wurden. Über die Entstehungsgeschichte des unterhaltsamen Sports gibt es zahlreiche Erzählungen, die entsprechend ausgeschmückt wurden. Sicher ist, dass schon Ludwig der XIV. auf Schloss Versailles dem Billiard frönte und gerne mit Freunden spielte. Auch der erste richtige Billardtisch ist auf das Jahr 1470 zurückzuführen, denn zu dieser Zeit bekam Ludwig der XI. einen Tisch vom Kunsttischler Henri de Vigne angeboten und erwarb diesen für sein Schloss.

Bis heute ist umstritten, ob Billiard seinen Ursprung in England oder in Frankreich fand, doch letztlich einen sich die Geister spätestens wieder beim Spiel. Billiard wurde in vielen europäischen Königshäusern gespielt und so spielte auch die schottische Königin Maria Stuart gerne Billiard und auch der französische König Karl IX. frönte hin und wieder dem Spiel.

Die Verbreitung des Billiard auch in Studentenkreisen und bei Arbeitern fand jedoch erst im 19. Jahrhundert statt, jedoch dann recht schnell und flächendeckend. Ob Studenten in Deutschland oder englische Arbeiter, das Spiel wurde europaweit sehr populär und so fanden sich bald in vielen Gasthäusern Billardtische zur Unterhaltung der Gäste. Bereits im Jahr 1807 überzog der Franzose Francoise Mingaud die Queuespitze mit Leder, die Billardkreide wurde kurze Zeit später eingeführt, denn so konnte die Treffsicherheit erhöht werden, da das Abrutschen des Queues von der Kugel vermieden wurde. Auch die bis dato genutzten Holzplatten als Untergrund hatten 1830 ausgedient und die ersten Billardtische mit Baumwolluntergrund wurden eingeführt und auch die Bande aus Kautschuk wurde im Jahr 1835 Standard. Das Material der Kugeln wurde zu dieser Zeit umgestellt und die meisten Billardkugeln dieser Zeit bestanden aus Elfenbein, welches die Holzkugeln ablöste, die bis dato genutzt wurden.

Schon ab 1850 fingen Billiard Spieler an, sich zu organisieren und so wurden bereits im 19. Jahrhundert erste Turniere in England ausgetragen. Billiard wurde vom Spiel der Könige zum Sport, der langsam seinen Weg durch alle Bevölkerungsschichten fand. Besonders England und USA hatte sehr schnell eine große Fangemeinde aufgebaut und schon vor dem 20. Jahrhundert fanden dort regelmäßige Turniere statt und es entstanden auch entsprechende Billardsalons.

Die erste Amateur-Weltmeisterschaft fand 1903 in Paris statt und zog Spieler aus ganz Europa an. Doch die Entwicklung wurde jäh durch den Ersten Weltkrieg gestoppt und so kam die Hochzeit des Billards erst in den 50er und 60er Jahren des 19. Jahrhunderts und bis heute zieht Billiard weltweit Spieler in seinen Bann. Der Sport, der unterhaltsam ist und doch immer wieder eine neue Herausforderung darstellt, wird heute in zahlreichen Varianten gespielt und konnte sich weltweit etablieren und vereint so die Nationen.

Heute sind Spielarten wie Poolbillard, Snooker, Carambolage, Kegelbillard und Russisches Billard weltweit bekannt. Doch auch zahlreiche weitere Abwandlungen finden sich. Ob Billiard zur Abendunterhaltung mit Freunden gespielt wird oder Billiard als professioneller Sport gespielt wird, die Freude am Spiel eint alle. Billiard ist schon längst ein anerkannter Sport und regelmäßig finden weltweite Turniere statt. Seit 1998 ist Billiard sogar eine anerkannte olympische Sportart. Billiard ist ein Spiel bei dem sowohl körperlicher als auch geistiger Einsatz gefragt ist und nur, wer Situationen richtig einschätzt, kann erfolgreich Billiard spielen.

Wie bei allen anderen Sportarten auch, werden beim Billiard bei Meisterschaften regelmäßige Doping-Kontrollen durchgeführt und auch in Deutschland gab es 2007 einen entsprechenden Dopingfall. Für Axel Büscher, der an der Meisterschaft in Bad Wildungen teilnahm, hieß dies die Aberkennung des Titels und eine Sperre für die Teilnahme. Der anspruchsvolle Sport lässt viele Spieler bis an ihre Grenzen gehen, doch letztlich sollte es doch um das Spiel gehen und wer konzentriert spielt, der hat immer eine reelle Chance auf einen Sieg.