Ein Tisch ist ein Tisch? Eine Platte und vier Beine? Vielleicht könnte man einen Esstisch auf eine solche Beschreibung reduzieren. Ein Billardtisch hingegen ist fast ein kleines Wunderwerk an Schreinerkunst und so ungefähr der komplizierteste Vertreter der Gattung Tisch, die man sich vorstellen kann.

Zunächst einmal hat ein Billardtisch ganz bestimmte Abmessungen einzuhalten. Sie variieren je nach Art und Weise, wie gespielt werden soll. Am häufigsten wird am Billardtisch für Poolbillard gespielt. Hierbei unterscheidet man zwischen dem Billardtisch für das private Spiel und dem Billardtisch für offizielle Wettkämpfe und Turniere. Private Tische, und damit ist auch der Billardtisch in einer Gaststätte gemeint, müssen eine Mindestgröße von 2.240 mal 1.120 Millimeter und ein Mindestgewicht von 300 Kilogramm haben.

Dann gelten sie als sogenannter 8-Fuß-Tisch. Festgesetzt werden die Anforderungen für den Billardtisch von nationalen und internationalen Billard-Verbänden, um eine Vergleichbarkeit der Spielleistungen zu sichern. In Deutschland ist die Deutsche Billard-Union e.V. ein solcher Verband mit großem Einfluss. Sie war auch beteiligt, als es um die Abmessungen für den Billardtisch für offizielle Wettkämpfe ging.

Dieser Billardtisch muss 2.540 mal 1.270 Millimeter messen und ein Mindestgewicht von 350 Kilogramm auf die Waage bringen. Dann kann er für Spiele in der Bundesliga eingesetzt werden und es dürfen auch nationale und internationale Turniere und Meisterschaften an ihm gespielt werden. Selbstverständlich gibt es einen gewissen Toleranzwert, da vor allem das Gewicht nicht immer bis auf das letzte Gramm garantiert werden kann. 0,5 Prozent mehr oder weniger dürfen es selbst bei den strengsten Anforderungen schon mal an Abweichung sein. Über den Daumen beträgt das Verhältnis zwischen Länge und Breite beim Billardtisch zwei zu eins. Die Tischhöhe muss übrigens zwischen 750 und 850 Millimeter liegen.


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Ein typisches Merkmal beim Billardtisch ist die breite Umrandung, mit der er eingefasst ist. Diese Umrandung ist überwiegend aus Holz gefertigt und heißt in der Fachsprache „Bandenspiegel“. Sie erlaubt es dem Spieler, bei der Ausführung seines Stoßes die Hand abzulegen. Dafür muss der Bandenspiegel eine Mindestbreite von 100 Millimetern haben.

Doch beim Billardtisch hat der Rahmen hat auch noch andere Aufgaben zu erfüllen. So weist er bestimmte Markierungen auf, die oft in edlen und wunderschönen Materialien wie Elfenbein und Perlmutt eingearbeitet werden. Bei manch einem Billardtisch geht es freilich mal etwas schlichter zu; dann sind die Markierungen aus Metall. Immer aber helfen sie dem Spieler, den Lauf der Kugeln vorauszuberechnen.

Ob ein Billardtisch mehr oder weniger luxuriös ist, ist auch daran zu erkennen, wie die Kugeln nach dem Einlochen wieder zurückkommen. Es gibt raffinierte Rücklaufsysteme und einfache Sammelstellen. Eine Wissenschaft für sich ist zudem der Stoffbezug, mit dem der Billardtisch eingekleidet wird. Er wird in der Fachsprache Billardtuch genannt und in aller Regel zuerst an der Kopf- dann an der Fußseite vom Billardtisch festgeklammert. Dann folgen die Längsseiten.

Da nicht alle Tischoberflächen für das Klammern geeignet sind, muss manchmal auch ein Sprühkleber für die Befestigung des Billardtuches eingesetzt werden. Erstaunlich ist der Zeitaufwand, wenn ein solches Tuch mal ausgewechselt werden muss, etwa weil es sich verschlissen hat. Dann braucht selbst ein Experte zwischen zwei und drei Stunden, um das neue Tuch auf den Billardtisch aufzuziehen. Der Untergrund dafür besteht übrigens oft aus mehreren Schieferplatten, die für die Oberfläche vom Billardtisch völlig eben sein müssen. Bei dem Zusammensetzen der Platten entstehen Fugen, die mit einem speziellen Material aufgefüllt und dann plan geschliffen werden.

Das aller wichtigste Merkmal beim Billardtisch sind aber selbstverständlich die Löcher – auch Taschen genannt – in die die Kugeln versenkt werden müssen. Auch hier gibt es wieder je nach Art des Billards viele unterschiedliche Bestimmungen über Anzahl, Größe und auch Form der Taschen.

Spannend ist übrigens auch der Unterbau vom Billardtisch. Dort gibt es intelligente Ablagemöglichkeiten für das benötigte Zubehör, vor allem für die Queues der Spieler.