Es sieht so leicht und spielerisch aus. Doch jeder, der schon einmal Billard spielen versucht hat wird wissen, dass es viel schwieriger ist, als man auf den ersten Blick meinen könnte. Der gekonnte Umgang mit dem Queue ist im Gegenteil so schwierig, dass Billard spielen seit einigen Jahren als olympische Disziplin anerkannt ist, auch wenn das Spiel gegenwärtig keine olympische Disziplin ist.

Billard spielen ist nicht gleich Billard spielen. Billard ist der Oberbegriff für viele Variationen, die sich sowohl über Jahrhunderte als auch über Ländergrenzen hinweg entwickelt haben. Die Hauptspielarten unterscheiden sich nach Poolbillard, Snooker, Carambolage, Russischem Billard und Kegelbillard.

Beim Billard spielen nach den Regeln des Poolbillards ist es dem Spieler nur erlaubt, den weißen Spielball unmittelbar mit dem Queue zu berühren. Dieser weiße Ball wiederum muss dann die übrigen farbigen Objektbälle regelgerecht einlochen. Auch beim Billard spielen à la Pool gibt es noch Unterschiede. Sie beziehen sich aber in aller Regel lediglich auf die Anzahl der Objektbälle.

Etwas komplizierter wird Billard spielen beim Snooker. Hier ist bereits der Tisch um vieles größer als beim Poolbillard. Wieder ist es nur der weiße Spielball, den der Spieler mit dem Queue berühren darf. Es gibt dann allerdings 15 rote und sechs andersfarbige Spielbälle, die alle nach bestimmten Regeln eingelocht werden müssen.

Diese Löcher oder auch „Taschen“ sind kleiner als die Löcher am Pooltisch und haben auch eine andere Form.

Überschaubar geht es zu, wenn zwei Spieler oder zwei Teams Billard spielen nach den Regeln des Carambolage. Hier dreht sich alles um nur drei Kugeln. Diese Kugeln haben fast immer die Farben Rot, Gelb und Weiß. Auch der Tisch unterscheidet sich deutlich, denn anders als bei Pool und Snooker hat der Carambolage-Tisch keine Löcher. Hier ist das Ziel beim Billard spielen, die beiden anderen Bälle mit dem Spielball zu treffen. Das ist sehr sophisticated und Carambolage gilt deshalb auch als besonders intellektuelle Art für jemanden, der Billard spielen möchte.

Beim Kegelbillard könnte man sich, wie der Name schon sagt, fast ein bisschen ans Kegeln erinnert fühlen. In der Mitte des Tisches, der normalerweise deutlich kleiner als ein Carambolage-Tisch ist, stehen zwischen fünf und neun Kegel. Gespielt wird wieder mit drei Bällen. Ziel des Spiels ist es, mit dem jeweiligen Spielball so viele Kegel wie es nur geht umzuwerfen.

Das russische Billard spielen ist ein Phänomen. Denn wer auf diese Art Billard spielen möchte, der wird wahrscheinlich nach Russland oder in ein anders GUS-Land reisen müssen. Dort wird fast ausschließlich Russisches Billard gespielt, während diese Variation im Westen so gut wie unbekannt ist. Der Tisch für das Russische Billard hat die Größe eines Snookertisches. Die Bälle aber sind noch größer als Bälle für Carambolage. Das macht es extrem schwierig sie einzulochen.

Ein weiteres Handicap beim Russischen Billard sind die Taschen oder Löcher des Tisches. Sie wurden so konzipiert, dass beim Einlochen nur wenige Millimeter Platz bleibt. Wer hier kein gutes Auge, keine ruhige Hand oder keine Geduld hat, der hat das Billard spielen schon verloren.

Egal wie kompliziert, egal wie populär, noch hat es das Billard spielen nicht zu olympischen Ehren gebracht. Zugegeben, Billard spielen ist eine olympisch anerkannte Disziplin. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass er auch im Rahmen einer Olympiade ausgeübt wird. Die Lobbyisten vom Billard spielen geben aber ihr Bestes, um das zu ändern. Bis es eines Tages so weit ist, müssen sich die Freunde vom Billard spielen mit anderen, auch nicht gerade uninteressanten Wettbewerben trösten.

Seit 1987 ist Billard spielen im Programm der Südost-Asienspiele, die regelmäßig in der indonesischen Hauptstadt Jakarta ausgetragen werden. Die thailändische Hauptstadt Bangkok ist Austragungsort der sogenannten Asienspiele. Dort ist Billard spielen seit 1998 im Wettbewerbsprogramm. Das Jahr 2001 schließlich brachte die Aufnahme bei den World Games in Akita.