Das Billard Queue ist für den Billardspieler, was der Schläger für den Tennisspieler ist. Beide Spielertypen werden, wenn sie es mit dem Sport ernst meinen, niemals mit einem fremden Billard Queue oder Schläger spielen. Das ist weder Aberglaube noch Geziere. Bei der Präzision, die beide Sportarten voraussetzen, ist das gute und vertraute Gefühl für das Sportinstrument unabdingbare Voraussetzung.

Das mag vor einigen Jahrhunderten noch anders ausgesehen haben. Es ist nicht zu hundert Prozent nachweisbar, wo und wie Billard entstanden ist. Eine Theorie verficht die Annahme, dass das Spiel in England erfunden wurde. Einer anderen These gemäß stammt es aus Frankreich. Unumstritten ist, dass Billard sich aus Ballspielen entwickelt hat, die mit einem Schläger ausgeübt wurden.

Wahrscheinlich ist Billard ein entfernter Verwandter von Cricket und Golf. Das Billard Queue der ersten Stunde hat allerdings rein optisch kaum etwas mit den heutigen eleganten und feingliedrigen Exemplaren zu tun. Man muss sich das Billard Queue in seiner Urform eher wie einen Hockeyschläger vorstellen – einen groben unschlächtigen Hockeyschläger versteht sich. Damit wurden wahrscheinlich relativ kleine Bälle über Wald und Flur gebrettert.

Auch, als das Spiel in späteren Jahrzehnten nach drinnen verlegt wurde – Grund dafür war der relativ häufige Regen, der damals wie heute manchen Sportspaß verdorben hat – wurde noch mit einem recht groben Billard Queue der Marke Hockeyschläger weitergespielt. Doch auch damals schon wurden die Menschen aus Schaden klug. Wenn die Freude am Spiel bleiben sollte, musste sich das Zubehör ändern. Das Billard Queue begann zu schrumpfen und seine Form zu ändern.


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Zunächst wurde einfach das schlagkräftige untere Ende verkleinert. Weniger Kraftaufwand dafür mehr Fingerspitzengefühl, das war nun zunehmend die Devise. Dafür musste das Billard Queue handlicher und leichter werden. Die Stoßfläche hatte sich drastisch zu verkleinern, um den Spielball geschickt lenken zu können. Es war ein weiter Weg bis hin zum heutigen ausgetüftelten Billard Queue.

Für Laien oder Anfänger dürfte das eine Billard Queue inzwischen nicht mehr vom anderen zu unterscheiden sein. Das ist selbstverständlich ein Irrglaube, den Profis nur mit einem Kopfschütteln quittieren können. Ob für Pool, Snooker oder Carambolage, für jede Variante gibt es das richtige Billard Queue. Für alle zusammen gelten allerdings auch ein paar Faustregeln.
So sollte nach Expertenmeinung ein gutes Queue nicht leichter als 450 und nicht schwerer als 650 Gramm sein. Wichtig ist zudem, dass das Billard Queue vernünftig austariert ist. Der Schwerpunkt darf nicht zu weit hinten liegen. Gerade bei preiswerten Modellen für Einsteiger sollte auf eine gute Verarbeitung geachtet werden.

Wichtig, aber leider ganz und gar nicht selbstverständlich, ist es, dass das Billard Queue gerade ist. Weder gut noch schlecht, sondern einfach nur individuell unterschiedlich ist zu beurteilen, ob ein Spieler besser mit harten oder weichen Billard Queue zurecht kommt. Der unterschiedliche Härtegrad ist also kein Qualitätsmerkmal, sondern gestattet es Spielern lediglich, das für sie am besten geeignete Sportinstrument auszuwählen.

Wer ernsthaft Billard spielen möchte, der wird an einem eigenen Billard Queue nicht vorbeikommen und früher oder später wohl auch etwas tiefer dafür in die Tasche greifen müssen. Die Einstiegspreise für ein vernünftiges Billard Queue liegen schätzungsweise bei etwa 100 Euro. Billardspieler betonen immer wieder, dass das Spiel mit einem guten Billard Queue einfach mehr Spaß macht. Sie raten deshalb dazu irgendwann einmal eine größere Summe in das Billard Queue zu investieren.

Nach oben sind dabei übrigens keine Grenzen gesetzt. Das Billard Queue wird es seinem Besitzer aber bei guter Behandlung und Pflege mit langen und treuen Diensten danken. Zur Pflege gehört übrigens auch, ab und an die Spitze auszuwechseln, wenn das Leder verschlissen ist. Das Auswechseln ist bei einem guten Billard Queue wiederholt möglich, erfordert jedoch einiges an Geschick. Darauf jedenfalls lassen diverse Foren im Internet schließen, bei denen regelmäßig die Frage nach dem korrekten Auswechseln der Lederspitzen am Billard Queue aufgeworfen und intensiv diskutiert wird.